Freizeiten

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Sommerfreizeit 2021 in der Toskana

EJ on the road again

Lange mussten wir zittern und bangen ob unsere Sommerfreizeit in diesem Jahr stattfinden kann. Seit Monaten haben wir die Inzidenzen beobachtet, die neuesten Beschlüsse studiert und uns immer wieder gefragt, was das für unsere Sommerfreizeit bedeuten könnte.
Deswegen fühlt sich alles so unreal an als wir uns spät am Abend des 16.08. in Utting auf dem Parkplatz des Sportvereins treffen, um auf unseren Reisebus zu warten.
Noch gibt es vieles zu beachten und zu bedenken. Wir wollen uns in den ersten Tagen in 10er-Gruppen aufteilen und erst am dritten Tag auf der Freizeit unsere Gruppe von 40 Personen zusammenführen, wenn wir uns sichersein können, dass wirklich alle negativ sind.
Daher teilen wir uns in Gruppen auf, sammeln unser Gepäck und checken die Anwesenheit und warten dabei auf den Bus und warten und warten…
Nachts um 00:00 Uhr fährt endlich ein großer Doppeldecker auf den Parkplatz und wir steigen ein. Dass es jetzt wirklich losgeht, kann man noch gar nicht so richtig fassen. Die Stimmung ist gut, aber nicht überschwänglich, zu zerbrechlich fühlt sich dieser Moment an.
Und somit schlummern wir uns in dieser kurzen Nacht durch Österreich und Norditalien und kommen am Vormittag des 17.08. an unserer urigen Unterkunft, der Casa Figline unweit von dem kleinen Ort Montaione an.
Das Panorama vor unserem Haus ist atemberaubend! Wir liegen auf dem höchsten Hügel der Umgebung und können weit über die Landschaft der Toskana schauen.
Nachdem das Haus nochmal gereinigt wurde, können wir endlich einziehen. Für die nächsten 12 Tage ist dieses alte Bauernhaus unser Zuhause und wir beginnen es in allen seinen Winkeln und Ecken zu erkunden. Die großen Highlights sind der Pool am Haus, das Volleyballfeld darüber und eine Sitzecke am Rand des Geländes, von der man den besten Ausblick über die Landschaft hat. Kicker, Tischtennisplatte und ein großes Außengelände gehören ebenso zum Haus dazu.
In den nächsten Tagen erkunden wir die nähere Umgebung. Den kleinen Ort Montaione, mit seiner kleinen Fußgängerzone, seinen Cafés mit herrlichem Cappuccino und seinem kleinen Coopmarkt, wo man sich die ersten italienischen Spezialitäten und Lieblingskekse besorgen kann.
Am dritten Tag ist der Tag der Wahrheit! Vor Abfahrt wurden wir schon alle negativ getestet, sollten nun immer noch alle negativ sein, könnten wir die Gruppen auflösen und endlich als große Gruppe gemeinsam durchstarten.
Vorweggenommen: Letztendlich waren wir alle negativ und wir konnten den Rest der Freizeit gemeinsam verbringen. Nur der Weg bis dahin war doch steiniger, als wir es uns erhofft hatten. Denn leider waren nicht alle Schnelltests eindeutig negativ und somit mussten wir ins nächstgelegene PCR-Testzentrum fahren, um die Situation abchecken zu lassen.
Die längsten Stunden unserer Freizeit begannen. Quarantänezimmer, 10er-Gruppen aufrechterhalten und vor allem die Nerven nicht verlieren.
Wir haben uns die Zeit an diesem Tag mit Batiken, Volleyball und Poolzeit vertrieben, bis endlich um 23:00 Uhr das negative Testergebnis aus dem Labor vorlag.
Große Erleichterung als wir in dieser Nacht ins Bett gehen und auch der kommende Tag steht unter dem Zeichen, endlich zwanglos gemeinsam die Zeit hier verbringen zu können, Poolzeiten nicht mehr aufteilen zu müssen und sich endlich untereinander durchmischen zu können. Eine kleine Wanderung durch so manches Dickicht der italienischen Wälder und ein anschließendes Geländespiel, täglich rund 30°C, eine riesige Wasserschlacht, Ausflug zum Markt in Castelfiorentino, Volleyballturniere, riesige Werwolfrunden sowie Morgenandachten und Taizégebete am Abend prägen die nächsten Tage am Haus und in der Umgebung.
Unser großes Highlight folgt am 23.08.! Mit unserem mitgebrachten Kleinbus shutteln wir uns alle zum Bahnhof in Castelfiorentino und nehmen dort den Zug in die Provinzhauptstadt der Toskana: Florenz.
Wir wollen die Mittagshitze meiden und kommen daher gegen 16 Uhr auf dem Domplatz der Metropole an. Von hier aus geht es in Kleingruppen weiter die Stadt erkunden, aber nicht ohne vorher noch eine Fotochallenge in Auftrag zu geben: Etwas Romantisches, einen Einheimischen, einen Grund warum wir sie wieder mit heimnehmen sollten uvm. sollten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen fotografieren. Während die Sonne langsam tiefer sinkt wird die Stadt immer schöner und belebter. Wundervolle Eindrücke von der bekannten Brücke Ponte Vecchio im gleißenden Abendlicht und die Lichter der Stadt in der warmen Sommernacht sowie die „geilste Runde Daumen Raus“ auf dem Domplatz (eines unserer lauteren Gruppenspiele), lassen uns sehr dankbar den Heimweg antreten.
Am Bahnhof schaut mich die Ticketverkäuferin etwas ungläubig an, als ich „fourty tickets to Castelfiorentino“ bestelle.
„Four?“ entgegnet sie. „No fourty“ sage ich. Sie: „Fourteen?“. Ich muss lachen und sage ihr, dass wir wirklich 40 Tickets brauchen: „Four times ten.“
Mit dem ersten großen Highlight in der Tasche wird uns langsam bewusst, dass sich unsere gemeinsamen Tage in der Toskana langsam dem Ende entgegen neigen. Außerdem merken wir alle, dass wir müde werden, was sich auch langsam an der Anzahl der Verletzungen bemerkbar macht. Unser Sani, Domi Stock, hat die Tage viel zu tun bekommen, neben allerhand Splittern und Steinen in den Fußsohlen muss er auch so manche schwereren Stauchungen und Kopfverletzungen im Auge behalten.
Aber noch sind wir hier und noch ist jeder Tag wertvoll, ein paar Highlights haben wir noch im Köcher.
Zum Beispiel das Mafiageländespiel, das wir dort selber entwickelt haben. An diesem Nachmittag ziehen wir uns so mafiamäßig wie möglich an und von nun an kämpfen die Camorra, die Cosa Nostra und die Ndrangheta auf unserem Gelände um die Vorherrschaft in der Toskana.
Doch dann der Morgen des 25.08. Früh am Morgen schauen wir aufs Handy und lesen bereits die Nachricht: Die Christuskirche in Utting ist abgebrannt! Völlig schockiert stehen wir im Leitungsteam an diesem Morgen auf und wecken unsere Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Die Reaktion auf die schlimme Nachricht ist herzzerreißend. Schluchzend erzählen sie sich untereinander welche Erinnerungen und Erlebnisse sie mit der Christuskirche verbinden. Wie gut, dass wir uns gegenseitig an diesem Morgen haben, unsere Erinnerungen, und Trauer teilen können und uns gegenseitig Trost spenden können.
Um wieder auf andere Gedanken zu kommen, macht sich ein Teil der Gruppe ans Basteln, ein anderer macht sich nochmal auf den Weg ins Naturschutzgebiet. Doch aus unserer idyllischen Wanderung wurde eher eine Buschexpedition. Auf der Suche nach dem richtigen Weg mussten wir uns für eine Stunde durch Gestrüpp und Dickicht schlagen, um dann auf unserem Hintern einen steilen Abhang herunterzurutschen. Als wir den Weg dann endlich gefunden haben, nutzen wir diesen, um schnell wieder hier rauszukommen. Wir sehen alle etwas verdroschen aus, als wir zurück an der Straße ankommen, aber irgendwie war es dennoch lohnenswert und witzig und auf andere Gedanken sind wir in dieser Zeit allemal gekommen.
Am nächsten Tag folgt unsere Mountainbiketour auf der Via Francigena, einer alten Pilgerroute durch die Hügellandschaft der Umgebung. Zunächst war ich skeptisch als uns Felix, der Mitarbeiter unseres Reiseunternehmens, E-Bikes ans Herz gelegt hatte. Doch als wir die ersten Hügel hinunter und wieder hinaufrasen, ist der Spaßfaktor bei 100%! Wir sausen durch die traumhafte Landschaft, vorbei an den trockenen Hügeln, an so manch verkohltem Feld zum „Einstieg“ an der Via Francegina. Auf einem traumhaften Weg, der wechselnd sandig, Schotter oder einfach Feldweg ist, geht es durch die Landschaft. Dank der E-Bikes spielen Ausdauer, Größe und Kraft heute keine Rolle unter uns, der Ausflug war einfach purer Spaß.
Ein gemeinsamer Touriabend, an dem wir uns möglichst Klischeehaft verkleiden und ein Besuch auf dem Markt in Montaione sind eigentlich die letzten Highlights bevor wir uns ans Packen und auf den Heimweg machen.
Doch als wir am letzten Tag nochmal die Treppe hinab aus unserer Casa schauen, fährt ein uns wohlbekannter PKW in unsere Einfahrt.
Die grinsenden Gesichter unseres Libiteams: Jojo, Joe und Bene schauen uns daraus entgegen  und genießen unsere verdatterten Gesichtsausdrücke. Das war ein Wirkungstreffer! Viele verrückte Dinge haben wir in der EJ schon gemeinsam erlebt, aber dieser Überraschungsbesuch das war doch sehr unerwartet.
Die Drei werden von uns überschwänglich empfangen und sie wiederum begrüßen unsere überraschten Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit einem selbstgeschriebenen Song über ihren spontanen Trip in die Toskana.
Das Libiteam bringt nochmal richtig frischen Wind in unsere Gruppe und in unser Leitungsteam. Das Taizégebet am Abend wird daher nochmal besonders intensiv, aber auch der Bilderrückblick am Abend auf unsere gemeinsame Zeit holt nochmal so manche Emotion aus uns heraus.
Ganz typisch fängt es an unserem Abreisetag an zu regnen. Wir packen unsere Sachen und verlassen unser Haus in eiligen Schritten durch den Regen. Doch noch treten wir nicht die Heimfahrt an. Während unsere Busfahrer noch pflichtbewusst ihren Schönheitsschlaf verrichten müssen, verbringen wir unsere letzten gemeinsamen Stunden nochmal in Montaione in einer Jugendpizzeria. Mit Billardtisch, Kicker und Tischtennisplatte, sowie einer große Außenterasse ist uns eine gute Location für den Nachmittag geboten, der inzwischen auch wieder trocken und warm geworden ist.
Erst abends um 20 Uhr steigen wir in unseren Bus ein, der uns über die Nacht zum 29.08. wieder nach Deutschland bringt.
Es war ein verrücktes Jahr. Dass wir diese Sommerfreizeit durchführen konnten, erfüllt uns mit großer Dankbarkeit! Allen Schwierigkeiten und Hindernissen zum Trotz konnten wir eine Zeit voller Gemeinschaft und Nähe erleben, die wir so lange vermissen mussten. Unserer Jugendarbeit und unserem beginnenden Traineekurs hat diese Freizeit einen ordentlichen Boost verpasst und wir freuen uns auf unsere vielen Wiedersehen in unserer Jugendarbeit.

Save the date!!!

Aber wir wollen nicht nur zurückblicken. Schon jetzt steht fest, wo es im nächsten Jahr hingehen soll und es wieder heißt: EJ on the road again!
Vom 30.08.-10.09.22 fahren wir wieder auf Sommerfreizeit, diesmal in die Provence.
Wieder kommen wir in einem urigen Selbstversorgerhaus mit Pool unter. Macht euch gleich ein eigenes Bild davon unter:

Gruppenhaus Le Moulin in Frankreich | HORiZONTE Reisen (horizonte-reisen.de)
Die Flyer und Anmeldeunterlagen folgen bald auf unserer Homepage!